TBA | die Musikzeitung

Diejenigen, die in der gestiegenen thematischen Offenheit des gap eine Verwässerung sehen und die Wandlung vom Musik- zum Popmagazin für eine werbemarktorientierte Maßnahme halten, dürfen sich ab sofort über eine Alternative freuen: TBA. Aufgrund des aus der Eventszene bekannten Kürzels könnte man TBA für ein Ankündigungsblatt halten, wenn da auf dem Titelblatt nicht in großen Buchstaben "Die Musikzeitung" zu lesen wäre.
Optisch besticht die 32 Seiten starke Zeitung, deren Erstausgabe ein 16-seitiges Special zum Donauinselfestival beliegt, durch Unaufdringlichkeit und Hochglanzlosigkeit. Aufmachung, Format und Papier erinnern stark an die Literaturzeitung Volltext - nicht zufällig, wie ein Blick ins Impressum verrät: TBA Herausgeber Thomas Heher ist Chefredakteur von Volltext.
Überhaupt stößt man bei der Lektüre auf einige Namen, die man von einem anderen österreichischen Gratismagazin her kennt. Was diese Leute zum Wechsel bewog (falls sie denn überhaupt gewechselt haben), ahnt man beim Lesen des Editorials, in dem sich die Macher entschlossen zeigen, dem Trend zur Kultur-Lifestyle-Zeitschrift entgegenzutreten und stattdessen "den Aspekt Musik aus der großen Palette der kulturellen Ausdrucksformen" herauszupicken.
Zwar sind die größeren Stories, die eine Seite oder mehr einnehmen, an einer Hand abzuzählen. Dafür bekommt man dann auch mal ordentlich Hintergrundinfo statt stupides Namedropping, etwa eine Bandbiografie von den Flaming Lips. Auch der umfangreiche Rezensionen-Teil weiss mit oftmals Fanzine-artigem Enthusiasmus zu gefallen. Überzeugender Einstand.
TBA | Die Musikzeitung erscheint jeden zweiten Monat (erstmals im März 2006) und ist gratis in einschlägigen Konzertlokalen, Bars und Plattenläden sowie über zahlreiche weitere Vertriebsstellen erhältlich.
The Flaming Lips - The Yeah Yeah Yeah Song.mp3
DIY - 12. Mär, 20:58
2 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
Trackback URL:
https://diy.twoday.net/stories/1687854/modTrackback