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Conditioned By Popular Culture

Schwarze Präsidenten in fiktionalen TV-Sendungen als Wegbereiter für Obama?

There’s a somewhat surprising consensus that admirable black fictional figures may have subtly conditioned the electorate to be receptive to a candidate like Obama, the presumptive Democratic standard-bearer.

LA Times via Poppolitics

Liebe LeserInnen!



Für die Fahrgäste der U-Bahn - dort war das abgebildete Plakat ausgelegt worden - was zum schmunzeln, für Eva Dichand Anlass, Klagemöglichkeiten prüfen zu lassen.

Quelle: derstandard.at

Wer's schafft, den oben verlinkten Artikel zu lesen, ohne dazwischen seine E-Mails zu checken oder nachzusehen, ob es ein neues Posting im Diskussionsforum seines Vertrauens gibt, der leidet vielleicht (noch) nicht an der reduzierten Aufmerksamkeitsspanne, über die viele Langzeit-Internetnutzer klagen. "Is Google Making Us Stupid?" fragt dieser Artikel und führt aus, wie das Internet nicht nur unsere Lesegewohnheiten verändert, sondern auch die Art, wie wir denken.

Weeds

Gut ein dutzend Mal habe ich in den vergangenen Tagen die Anfangssequenz von Weeds gesehen. Dass dies weniger langweilig war, als es sich anhört, liegt einmal daran, dass sie ganz einfach schön anzusehen ist: Während die meisten Serien im Vorspann die Charaktere vorstellen, wird man hier in das suburbane Setting und die zugehörige Stimmung eingeführt. Vor allem aber wird das Titellied in jeder Folge von jemand anderem interpretiert, u.a. von Rouge Wave, The Shins, DCFC, oder, wie im Folgenden, von den Decemberists. Der Vorlage bleibt die Band dabei nicht ganz treu, sondern verpasst dem Song in der zweiten Hälfte per Moll-Akkord einen dunklen Ton, was ihm ausgesprochen gut steht.

Eine Liste der Interpreten inkl. abspielbarer Songs gibt's hier.

My Name Is Earl ... in decline

earl2

Eben die zweite Staffel von "My Name Is Earl" fertiggeschaut. Macht noch immer sehr viel Spaß und ist zweifelsohne eine der besseren Comedy-Serien, was unter anderem mit dem Format zu tun hat: Comedy mit vielgestaltigen Schauplätzen, nicht an ein Wohnzimmer gebunden, und natürlich ohne Lachen aus der Konserve; keine Scheu vor kontroversiellen Themen oder Verstößen gegen Political Corectness (Minderheitenwitze!).

Doch leider lässt die Serie im Vergleich zur ersten Staffel deutlich nach, die Einfälle werden schlechter und es kommen zunehmend Episoden, die zu einem großen Teil aus Rückblenden oder irgendwelchen abstrusen Konstruktionen (etwa "Our Cops Is On") bestehen. Negativ fällt auch die Aufdringlichkeit der Gags auf, die auf der geistigen Beschränktheit von Earls Bruder Randy basieren. Sie dauern einfach zu lange, Randy wiederholt eine hirnverbrannte Aktion oder eine dumme Frage einmal zu oft, als dass es noch lustig wäre.

Dann noch die Sache mit der Moral. Ab Staffel zwei bekommt die zentrale Message - Tue Gutes und Gutes widerfährt dir - eine Penetranz, die einen immer wieder daran erinnert, dass es sich bei Macher und Hauptdarstellern der Serie um Scientologen handelt. Lästig. Vielleicht doch lieber wieder die erste Staffel schauen, vor allem den grandiosen Piloten. Oder gleich weiter zu Arrested Developement, wo die Drehbücher auch in der dritten und letzten Staffel noch voller lustiger Einfälle stecken.

"So viel Zeit hätte ich auch gerne"

"Da hat wohl jemand zu viel Zeit"-Kommentare im Internet gehören zu den verzichtbarsten Kommentaren überhaupt. Man findet sie überall dort, wo Menschen zu sehen sind, die sich in oft mühsamer Kleinarbeit einer Sache widmen, die sich nicht jedem erschließt. Heute etwa bei Spreeblick. Soll das heissen, liebe Kommentierer, dass eure Art der Freizeitnutzung besser oder sinnvoller ist?

Das gemeinte Video zeigt, wie einer Reihe aufgestellter Flaschen mit Hilfe eines ferngesteuerten Autos die Melodie von Super Mario entlockt wird und ist durchaus unterhaltsam. Leider eine Spur zu groß fürs twoday-Layout.


http://view.break.com/487616 - Watch more free videos

Who Stole My Newspaper?

Wissensdurstig oder nur gewohnheitsmäßig am Morgen die Haustür geöffnet, Abonnementzeitung liegt nicht auf der Schwelle, auch nicht im Briefkasten. Gut, beim frühstücken eben die drittklassige Lokalzeitung durchgeblättert, zur Unterhaltung reicht's, die richtige Zeitung dann halt online. Am Bildschirm alle Schlagzeilen durchgelesen und nebenbei die interessanten Dinge in Tabs geöffnet, nach acht Minuten alle gewählten Artikel fertig gelesen und mich dennoch nur viertelinformiert gefühlt. Keine der irgendwie weniger interessanten Artikel angelesen oder überflogen, wie ich es beim Papier zu tun pflege, keine Fotos angekuckt. Ich weiß zwar durchaus von Leuten, die online jeden einzelnen Artikel und zudem den Großteil der Postings lesen, eine schlampige Rezeption daher nicht unbedingt dem Medium angelastet werden kann, aber selbst werd ich der gedruckten Zeitung wohl noch länger treu bleiben.

John Malkovich | Michael Stipe

malkovich_stipe

Sollte die Story von R.E.M. irgendwann verfilmt werden, dürfte die Wahl des Hauptdarstellers wohl nicht allzu schwer fallen. Blaue Kontaktlinsen rein und fertig. (Links John Malkovich, rechts Michael Stipe)

CNN Crossfire - 1986



"The biggest threat to america today is not communism, it's moving america towards a fascist theocracy"

Ein eindrucksvoll sprechender Frank Zappa erklärt seinem Kontrahenten von der Washington Post und dem Publikum was von Zensur zu halten ist.

TBA | die Musikzeitung

tba

Diejenigen, die in der gestiegenen thematischen Offenheit des gap eine Verwässerung sehen und die Wandlung vom Musik- zum Popmagazin für eine werbemarktorientierte Maßnahme halten, dürfen sich ab sofort über eine Alternative freuen: TBA. Aufgrund des aus der Eventszene bekannten Kürzels könnte man TBA für ein Ankündigungsblatt halten, wenn da auf dem Titelblatt nicht in großen Buchstaben "Die Musikzeitung" zu lesen wäre.

Optisch besticht die 32 Seiten starke Zeitung, deren Erstausgabe ein 16-seitiges Special zum Donauinselfestival beliegt, durch Unaufdringlichkeit und Hochglanzlosigkeit. Aufmachung, Format und Papier erinnern stark an die Literaturzeitung Volltext - nicht zufällig, wie ein Blick ins Impressum verrät: TBA Herausgeber Thomas Heher ist Chefredakteur von Volltext.

Überhaupt stößt man bei der Lektüre auf einige Namen, die man von einem anderen österreichischen Gratismagazin her kennt. Was diese Leute zum Wechsel bewog (falls sie denn überhaupt gewechselt haben), ahnt man beim Lesen des Editorials, in dem sich die Macher entschlossen zeigen, dem Trend zur Kultur-Lifestyle-Zeitschrift entgegenzutreten und stattdessen "den Aspekt Musik aus der großen Palette der kulturellen Ausdrucksformen" herauszupicken.

Zwar sind die größeren Stories, die eine Seite oder mehr einnehmen, an einer Hand abzuzählen. Dafür bekommt man dann auch mal ordentlich Hintergrundinfo statt stupides Namedropping, etwa eine Bandbiografie von den Flaming Lips. Auch der umfangreiche Rezensionen-Teil weiss mit oftmals Fanzine-artigem Enthusiasmus zu gefallen. Überzeugender Einstand.

TBA | Die Musikzeitung erscheint jeden zweiten Monat (erstmals im März 2006) und ist gratis in einschlägigen Konzertlokalen, Bars und Plattenläden sowie über zahlreiche weitere Vertriebsstellen erhältlich.

The Flaming Lips - The Yeah Yeah Yeah Song.mp3

DATUM - Seiten der Zeit

datum2

Beim gestrigen zappen blieb ich kurz bei einer Gesprächsrunde auf PulsTV hängen. Eine just in diesem Moment erscheinende Einblendung verhinderte wildere Interpretationen und Mutmaßungen von meiner Seite: Es ging um Nationalität und Nationalismus. Die Moderatorin gab das Wort an Klaus Stimeder. Oha. Klaus Stimeder ist Herausgeber eines allgemein geschätzten (von der Financial Times etwas mehr, von Blumenau etwas weniger) österrichischen Monatsmagazins für Qualitätsjournalismus.

Nun war mir Stimeder nach dem Lesen von Editorials etc. durchaus sympathisch, und einem Herausgeber eines Magazins, das man selber gerne liest, bringt man ja schon von Haus aus eine gewisse Portion Respekt entgegen. Es war ja auch nicht so, als wäre er beim "Talk of town", wie die Sendung heißt, mit zweifelhaften Äußerungen ausgefallen. Enttäuscht hat mich mehr diese überhebliche, einnehmende Art, die mehr an Zurechtweisungen als an faires, respektvolles Diskutieren erinnterte. Dazu noch dieses wienerische, fragende Zwischen-Ja?, dass jede Aussage in Häppchen von drei bis fünf Worte unterteilt, nach denen sich der Sprecher wieder der Aufmerksamkeit und dem Verständnis des Zuhörers versichern muss.

An meinen Lesegewohnheiten wird dieses Erlebnis freilich wenig ändern; ich werde mich weiterhin über jedes neue Heft freuen, werde weiterhin jeden Monat die Zeitschriftenabteilung der Uni-Bibliothek aufsuchen, um mich zwei Stunden lang mit Qualitätsjournalismus zu verwöhnen.

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